Hallo,
um es einmal ganz simpel auszudrücken: eine Autoland ist eine Landung, bei der das Flugzeug ohne Eingreifen des Piloten aufsetzt. Was danach geschieht ist erst einmal egal.
Was den Bobby angeht, so kann ich nur sagen, dass auch die Classic Autoland tauglich ist. Es wird also kein Pilot auf die Idee kommen, bei einem sogenannten "dual-coupled-approach" (beide AP's an - später autoland) in 50ft das Flugzeug selber landen zu wollen. Dies würde eine überaus schwierige Landung bedeuten, da der AP im Anflug das Flugzeug extrem vertrimmt (etwa 10 Umdrehungen nach hinten). Dies ist für eine Autoland notwendig, für eine manuelle Landung jedoch schlecht, da der Flieger dadurch sehr Schwanzlastig ist und die Gefahr eines Tailstrikes oder einer harten Landung damit deutlich zunimmt. Weshalb so etwas in einem Buch steht ist mir absolut schleierhaft.
Auch dass der Yaw-Damper ausgeschaltet werden soll ist mir absolut neu und so weder Boeing Procedure noch bei einer der Firmen, für die ich bislang geflogen bin, praxis. Dies ist meiner Ansicht nach für einen stabilisierten Anflug absolut kontraproduktiv, da der AP versuchen würde, die dann auftretenden Bewegungen über die Ailerons zu kompensieren.
Bei einer Landung mit sehr starkem Seitenwind stimmt es völlig, dass die 737 dann mit einem Vorhaltewinkel auf der Bahn aufsetzt - d.h. die Nase zeigt nicht genau in Richtung Bahnende sondern in den Wind hinein leicht nach links oder rechts. Direkt nach der Landung zieht es die Maschine jedoch automatisch wieder gerade, so dass die Maschine auch ohne zutun des Piloten fürs erste halbwegs geradeaus rollt. Ausserdem ist es doch relativ selten, dass schlechte Sicht mit so starken Seitenwinden verbunden ist. Meistens ist der Grund für schlechte Sicht Nebel (zumindest in unseren Breiten) und dieser existiert nun mal normal nur bei sehr schwachen Winden. Das einzige Wetterphänomen, was mir auf die Schnelle einfällt, sind Schneestürme. Wenn dabei jedoch 15kt Seitenwind überschritten werden, sollte man es sich wohl in jedem Flugzeug überlegen, ob man dann auf der höchstwahrscheinlich Schnee- bzw. Eisbedeckten Bahn landen will oder nicht besser den Alternate anfliegt
Um auch noch kurz auf das eigentliche Thema zu kommen

: bei der 737 lässt sich der Tiller respektive die Bugradsteuerung während des gesamten Startlaufs voll nutzen (anders als beim Airbus wie hier bereits beschrieben).
Viele Grüße
Jochen