[Tripreport] Südafrika - auf Safari im Krüger Nationalpark

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Bianca
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[Tripreport] Südafrika - auf Safari im Krüger Nationalpark

Beitrag von Bianca » 20. Dezember 2020 18:25

Herzlich Willkommen zu meinem Tripreport über meinen letzten Safaritrip nach Südafrika – der doch ein bisschen anders war, als die Trips davor. Diejenigen, die beim Online Bilderabend dabei waren, kennen ihn schon – für alle andere stelle ich ihn gerne auch hier nochmal zur Verfügung.

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Auch wenn wir derzeit etwas Licht am Ende des Tunnels durch den bevorstehenden Impfstart sehen, wird meiner Meinung nach das Reisen in 2021 nochmal schwieriger und mit noch mehr Hürden verbunden sein als 2020. Ich möchte daher etwas ausführlicher von meinem kürzlich stattgefundenen Südafrika-Trip berichten und auch ein paar Tipps zum Thema PCR-Tests für Selbstzahler geben, denn immer mehr Länder – auch in Europa - verlangen einen solchen Test zur Einreise.

1. Versuch: Mai/Juni 2020
Dass die Corona-Pandemie nicht innerhalb weniger Wochen vorüber sein wird, war sicherlich vielen von uns klar. Aber dass die im März geschlossenen Grenzen bis zum heutigen Tag in vielen Ländern Ende des Jahres noch immer zu sind, damit haben wohl die wenigsten gerechnet. Wie vielen anderen erging es auch uns so, dass ein gebuchter Urlaub nicht stattfinden konnte. Dies betraf den für Juni gebuchten Trip nach Südafrika, denn auch Südafrika hatte seine Grenzen geschlossen und war sehr stark von der Pandemie betroffen. Da wir keine Pauschalreise gebucht haben, waren wir natürlich auf die Kulanzregeln der Airlines und Unterkünfte angewiesen. Während SWISS die Flüge komplett erstattete, war bei Airlink nur eine einmalige Verschiebung der Flüge möglich, wobei die Route nicht verändert werden darf. Auch bei Sanparks, dem Betreiber der südafrikanischen Nationalparks ist nur eine Verschiebung möglich. Man hat also eine Menge Geld in einem Land geparkt und weiss nicht, ob man dieses Geld jemals noch abrufen kann oder ob nicht das ein oder andere Unternehmen in der Zwischenzeit pleitegeht.

2. Versuch: Oktober/November 2020
Südafrika war zwar stark betroffen mit hohen Fallzahlen, allerdings besserte sich die Situation durch den extrem harten Lockdown auch recht schnell wieder und Südafrika hatte im August/September ähnliche Fallzahlen wie wir in Deutschland zum gleichen Zeitpunkt. Der südafrikanische Präsident kündigte daher die Grenzöffnung ab 01.10.2020 an. Allerdings nur für bestimmte Länder, die nicht auf einer von Südafrika erstellten Risikogebietsliste stehen. Damals stand Deutschland im Vergleich zu vielen europäischen Nachbarländern (noch) sehr gut da und daher durften deutsche Touristen einreisen – Bedingung: ein negativer PCR-Test, der bei Abflug nicht älter als 72h sein darf. Lufthansa hat natürlich sofort die Flüge nach Johannesburg wieder aufgenommen – einer der wichtigsten Strecken für LH überhaupt. Auch wir wollten nicht mehr allzu lange warten, wer weiß wie sich die Situation in Deutschland und der Welt überhaupt so entwickeln wird. Es wurde ja ständig vor der 2. Welle gewarnt. Gebucht war der Flug für Dienstag, 20.10.2020. Allerdings musste davor noch ein Corona-Test gemacht werden, dessen Ergebnis rechtzeitig vorliegen muss. Damals gab es noch die kostenlosen Tests für Reiserückkehrer und oftmals vergingen mehrere Tage, bis man sein Ergebnis bekam. Am Flughafen Stuttgart konnte man sich auch damals schon als Selbstzahler testen lassen, allerdings ist dieser mit 180 EUR relativ teuer – zudem wird dieser nicht am Wochenende durchgeführt und wenn der Abflug am Dienstag ist, diesen erst am Montag zu machen, ist zu knapp – es kann nicht garantiert werden, dass das Ergebnis rechtzeitig da ist. Es blieb uns also nichts anderes übrig, als den Test in FRA bei der Firma Centogene durchführen zu lassen. Hier gibt es verschiedene Modelle, ein Testergebnis innerhalb von 12h kostete damals 59 EUR (mittlerweile wurde dies auf 24h geändert), ein Ergebnis innerhalb von 6h 139 EUR. Am Tag des Abflugs war uns das irgendwie zu knapp, daher fuhren wir 2 Tage davor nach FRA um den Test machen zu lassen. Durch die Online Registrierung vorab kamen wir sofort dran (dies als Tipp – unbedingt vorher registrieren). Das Ergebnis war wie zugesichert nach knapp 12h abrufbar. Jetzt dürfte ja hoffentlich alles klappen, dachten wir… allerdings war da noch eine Sache: der südafrikanische Präsident hatte auf Druck der Tourismusbranche zugesichert, die Liste der Hochrisikoländer nochmal zu überarbeiten und hat versprochen, mehr Länder zu touristischen Zwecken einreisen zu lassen – immerhin waren die USA, England, Frankreich und viele andere wichtige Länder für den Tourismus noch auf dieser Liste. Die Aktualisierung kam dann ca. 24h bevor wir nach Frankfurt aufbrechen wollten und mit ca. 8.000 Fällen am Tag zählte Deutschland plötzlich zu einem der Risikogebiete – während viele unserer Nachbarländer in denen die Fallzahlen und Inzidenzen explodieren, plötzlich einreisen durften. Aber das ist Afrika… nicht jede Entscheidung ist immer so ganz nachvollziehbar. Ab wann dieses Einreiseverbot gilt, konnte man ebenfalls nicht in Erfahrung bringen. Die nächsten Stunden verbrachten wir am Telefon – die südafrikanische Botschaft in Berlin war der Meinung, wir können einreisen, schließlich haben wir die Flüge ja gebucht, bevor diese Ankündigung gemacht wurde. Lufthansa wusste an der Hotline von nichts und war der Meinung dass wir fliegen können, da ihnen keine Informationen zu geänderten Einreisebedingungen vorliegen. Die deutsche Botschaft in Südafrika war sich nicht so sicher, gab zu bedenken, dass wir vermutlich bei der Einreise abgewiesen werden könnten. Auch am Tag des Abfluges hatte LH keine neuen Infos. Es blieb uns also nichts anderes übrig, als nach FRA zu fahren. Am Check-in angekommen, haben wir die Dame auf die geänderten Regelungen hingewiesen, nach Rücksprache mit ihrer Vorgesetzten war klar, dass sie uns nicht einchecken dürfen – die Gefahr an der Einreise in SA abgewiesen zu werden und mit der nächsten Maschine nach Deutschland zurück geschickt zu werden, ist zu groß. Damit wurde auch dieser Trip begraben und eine Aussicht darauf, dass Deutschland von der Liste der Hochrisiko-Ländern rutscht, gab es kaum, dann die Zahlen bei uns steigen und steigen…

3. Versuch: November/Dezember 2020
Mitte November verkündete der südafrikanische Präsident, dass die Einreise ab sofort für alle Länder auch zu touristischen Zwecken wieder möglich ist, Bedingung bleibt ein negativer PCR-Test. Die Logik dahinter, was sich in den 3 Wochen trotz steigender Zahlen geändert hat, versteht keiner. Der Druck der Wirtschaft wurde wohl zu groß, denn Südafrika kann keine so großzügigen Hilfen zahlen wie es in Deutschland der Fall ist und viele Betriebe im Tourismus stehen vor der Insolvenz und es herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit im Land. Wir wagten es erneut und buchten für den 28.11.2020 einen Flug mit LH von Frankfurt nach Johannesburg. Erneut stellte sich die Frage, wo einen PCR Test machen lassen, in STR beim Airport Medical Center kostete dieser damals noch immer 180 EUR (mittlerweile wird der Test günstiger angeboten). Der Flughafen Stuttgart arbeitet mit dem Tübinger Labor CeGaT zusammen, die in Tübingen ebenfalls ein Testzentrum für Selbstzahler anbieten. Dort kostet der Test 65 EUR. Die Wartezeit war allerdings recht lang (1,5h), die Probe ist ein Nasen- und Rachenabstrich, das Testergebnis war am nächsten Morgen abrufbar. Allerdings steht keine Uhrzeit der Probeentnahme und -ergebnis drauf, lediglich das Datum. In unserem Fall reichte das. Ich würde zukünftig aber Centogene in FRA bevorzugen, besser organisiert, das Resultat ist detaillierter, die Durchführung angenehmer und das Ergebnis mit Stempel und Unterschrift des Labors versehen. Dies als Hinweis falls jemand in nächster Zeit eine Reise geplant hat und dafür einen PCR-Test machen lassen muss.

So, genug Vorgeplänkel – jetzt geht’s los.


Eigentlich versuchen wir unserem Heimatflughafen STR die Treue zu halten und wenn möglich, ab hier zu fliegen, so ist das derzeit gar nicht so einfach. Flugverbindungen auch nach FRA sind rar, daher haben wir für die Anreise das Auto genommen – sicherer (im Hinblick auf Corona) und günstiger, denn FRA hat schon seit einigen Monaten ein Sonderangebot für das Parken im Parkhaus direkt am Terminal – 81 EUR für 2 Wochen.

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Die Abflughalle in FRA war sehr leer, ein paar Langstrecken gingen am Abend allerdings noch raus, wie z.B. Windhuk, Sao Paulo und unser Flug nach Johannesburg.

Normalerweise setzt Lufthansa auf dem Flug nach Johannesburg eine Boeing 747-8 ein, auf Grund der geringen Nachfrage nach dem Erneuten Einreiseverbot wurde der Flugzeugtyp auf einen Airbus A340-300 geändert.

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Urlauber wie wir waren nicht allzuviele am Gate zu sehen, stattdessen viele Transitpassagiere, beispielsweise aus den USA. Schließlich ist die LH Verbindung eine der wenigen Star Alliance Verbindungen nach Südafrika, die mehrmals pro Woche geflogen wird.

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Gebucht war die Maschine vielleicht zu 50%, so dass man in der Economy Class auf jeden Fall auch 2 Plätze für sich hatte – bei einem Nachtflug sehr angenehm.

Der Service wurde ebenfalls angepasst, begründet wird dies mit Corona. Ich befürchte allerdings, dass man das gerne zum Anlass nimmt, um auch zukünftig beim Service einzusparen. So sehnt man sich doch nach den Zeiten zurück als es noch das „Lufthansa-Chicken“ gab… denn mittlerweile gibt es keine Menüwahl mehr, sondern lediglich ein vegetarisches Gericht.

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In Afrika geht die Sonne früh auf, dieses Bild ist um kurz vor 5.00h entstanden, als wir gerade die Demokratische Republik Kongo überflogen haben.

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Zum Frühstück wird nur noch ein kaltes Essen serviert – auch hier haben sich die Zeiten geändert:

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Landeanflug auf den Flughafen von Johannesburg:

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Bei der Einreise nach Südafrika wurde 2x der Corona-Test geprüft, welchen man auch ausgedruckt dabei haben sollte, zudem wird bei jedem Reisenden Fieber gemessen. Ist die Temperatur erhöht, wird man vor Ort auf Corona getestet und muss sich erstmal in eine staatliche Unterkunft zur Quarantäne begeben – etwas worauf man glaub lieber verzichten möchte.

Ankunftshalle des O.R. Tambo Flughafen:
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Bis zu unserem Weiterflug hatten wir noch knapp 2h Zeit, nachdem alles doch so schnell ging, konnten wir noch etwas aus dem Terminal spotten. Diese Position ist öffentlich zugänglich, allerdings fotografiert man durch eine getönte Scheibe. Viel los war an diesem Sonntagmorgen nicht.

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Mango und Airlink, die mittlerweile viele Strecken von SAA übernommen haben:

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Swiss hat in JNB zwei ihrer A330 geparkt:

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Ein Teil der Flotte von Cem Air, ebenfalls eine Airline, die innerhalb Südafrikas fliegt:

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Malawi Airlines aus aus der Hauptstadt Lilongwe in Malawi:

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Safair – eine weitere südafrikanische Airline:

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Einer der wenigen Flüge aus Europa – British Airways mit einer Boeing 777-300:

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Mit Airlink ging es dann weiter zum Kruger Mpumalanga Airport (Nelspruit), zum Einsatz kam hier heute ein Embraer 190, welcher vielleicht zu 10% ausgelastet war.

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Anflug über das sogenannte Lowveld – die Gegend rund um den südlichen Teil des Krüger Nationalparks:

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Nach dem kurzen 35 minütigen Flug sind wir auf dem Kruger Mpumalanga Airport angekommen:

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Auf dem Airport sind einige Maschinen abgestellt, aber auf Grund unserer Müdigkeit nach der langen Reise und dem aufziehenden Gewitter haben wir es bei diesem Foto aus dem Flugzeug raus belassen. Sicherlich wäre man irgendwie noch besser an die abgestellten Maschinen rangekommen.

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Nach der Mietwagenübernahme und einem Stopp im Supermarkt, haben wir nach ca. 1,5h das Melalane Gate des Krüger Nationalparks erreicht. Zwar musste man bisher auch schon einige Formulare ausfüllen bevor man den Park betreten darf, aber durch Corona ist nun doch noch etwas mehr Bürokratie zu erledigen. So wird z.B. von jedem Besucher die Temperatur gemessen.

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Im Wesentlichen sind es die gleichen Regelungen wie bei uns auch, wie z.B. Abstand halten, Maske an allen öffentlichen Orten, viel Desinfektionsmittel und immer wieder Fiebermessen. Nachdem wir alle Formalitäten ausgefüllt hatten, durften wir den Park betreten und ließen somit die Zivilisation und so manche Annehmlichkeit unseres Alltags für die nächsten 12 Tage hinter uns.

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Der Krüger Nationalpark ist eines der größten Wildschutzgebiete in Afrika und ca. 350 km lang und 54km breit. Der Krüger NP ist ideal für Selbstfahrer, zahlreiche Straßen führen durch den Park – wobei dieser aber so groß ist, dass man es nicht von Süd nach Nord in einem Tag schaffen kann. Übernachtet werden kann in sogenannten Restcamps – hier hat man die Wahl aus einfachen Hütten oder Zelte, Bungalows mit eigener Küche/Bad oder einem Stellplatz auf dem Campingplatz, wenn man z.B. mit einem Dachzelt-Camper unterwegs ist. Viele Südafrikaner kommen sogar mit ihren Wohnwägen hier her.

Allgegenwärtig im Park sind diese Antilopen – Impalas genannt:

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Elefanten und Giraffen am Sabi-Fluss:

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Auf der südlichen Halbkugel ist jetzt Frühsommer – die Zeit vieler Tierbabys:

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Eine Selbstfahrer Safari ist eigentlich die ideale Reiseform in Zeiten von Corona – man verbringt die meiste Zeit im Auto – denn Aussteigen ist nur an bestimmten Orten erlaubt und hat seine eigene Unterkunft mit Grill, Küche und Bad.

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Jedes Camp verfügt über einen kleinen Shop, in dem man Souvenirs, Lebensmittel und alles was man sonst für ein Leben im Busch benötigt, kaufen kann:

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Alternativ haben die meisten Camps auch ein Restaurant, in welchem man Frühstücken oder Abendessen kann.

Ein Blick in das Innere eines Bungalows – viel Luxus darf man in den staatlichen Restcamps nicht erwarten. Übrigens, die tollen luxuriösen Lodges liegen nicht IM Krüger Nationalpark, sondern außerhalb, am Rand, im sogenannten Greater Krüger Park. Dort haben die Lodges ihre eigenen Konzessionsgebiete und können daher auch off-road fahren, was die Tiersichtungen auch erleichtern – allerdings hat dies auch seinen Preis. Während man in den staatlichen Unterkünften für unter 100 EUR pro Nacht pro Bungalow wohnen kann, zahlt man in den Lodges locker den fünf- bis zehnfachen Preis.

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Der Krüger Nationalpark ist auch die Heimat der Big5 – also Nashorn, Elefant, Büffel, Löwe und Leopard. Immer wieder bekomme ich die Frage gestellt, ob die Tiere dort denn gefüttert werden – nein, natürlich NICHT! Im Krüger Nationalpark wird die Natur sich weitestgehend selbst überlassen. Es gibt Ausnahmen, wie beispielsweise wenn ein Tier eine nicht natürliche Verletzung zugezogen hat, wie beispielsweise durch eine Schlinge, die von Wilderern gelegt wurden. Dann wird das Tier behandelt. Oder vor einigen Jahren herrschte eine große Dürre, da mussten einige Nilpferde getötet werden, um das Gleichgewicht der gesamten Tierpopulation im Park zu erhalten.

Hier mal ein paar Bilder der Big5, die man an einem guten Tag alle in kürzester Zeit sehen kann:

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Ausgestiegen werden darf nur in den Camps, welche im 50km Abstand im Park verteilt sind oder an ausgewiesenen Rastplätzen und Aussichtspunkte wie hier am Mlondozi Damm:

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Im Park gibt es auch einige Beobachtungshütten, in denen man sich vor den Tieren „verstecken“ kann – hier der Lake Panic, der derzeit ebenfalls ausgetrocknet ist:

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Es müssen nicht immer die großen Tiere sein – auch die kleinen Dinge können ihren Reiz haben:

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Die vielen großen Raubvögel trifft man ebenfalls häufig an:

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Im Gegensatz zu vielen anderen Parks im südlichen Afrika ist der Krüger NP sehr grün, jetzt im November/Dezember beginnt die Regenzeit. Auf Grund des hohen Wasservorkommens sind hier auch zahlreiche Tierarten beheimatet, die auf Wasser angewiesen sind:

Nilpferde – hier zwei Jungtiere:

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Krokodile:

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Bedingt durch die viele Vegetation ist der Blick auf die Tiere nicht immer so einfach – manchmal braucht es ein gutes Auge wie hier bei dieser Kleinfleckenginsterkatze:

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Wir haben nun den tierreichen Süden hinter uns gelassen und sind weiter nach Norden gezogen – in das Gebiet rund um Mopani. Landschaftlich anders, viel offener – hier haben wir diesen Gepard an einem Wasserloch entdeckt:

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Die Ausstattung der Bungalows mit großer Terrasse und angrenzender Küche im Freien:

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Bereits beim Check-in wurden wir darauf hingewiesen, dass es im Camp immer wieder zu Problemen mit Honigdachsen kommt, die nachts umher streunen. Daher sollen wir bitte nachts den Kühlschrank etwas zur Wand drehen, wie auf dem Bild ersichtlich ist.

Nachts sind wir aufgewacht, weil wir Geräusche gehört haben – OK, es hat stark geregnet und gewindet. Aber die Geräusche hörten nicht auf, es polterte, plötzlich hat es sich angehört als ob da draußen jemand Verpackungen aufreisst. Wir haben mal nachgeschaut was da los ist und haben einen Honigdachs inflagranti erwischt, wie er gerade unseren Kühlschrank ausräumt und alles Essbare bereits vernichtet hat.

Hier ein Bild von unserer Wildkamera:

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Schöne Bescherung:

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Nachdem am Morgen alles geputzt war, machten wir uns auf zu unserem nächsten „Game-Drive“, wie eine Pirschfahrt in Afrika genannt wird.

Und trafen erst diesen Schakal an einem Kadaver eines jungen Büffels:

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Und anschließend ein paar Hyänen:

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Eine Hyäne hat sich das Bein des Büffels gesichert:

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Ein weiterer Schakal taucht auf und möchte die Beute der Hyäne wegnehmen:

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Die Hyäne möchte ihre Beute weiter verteidigen und jagt den Schakal davon:

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In der nächsten Nacht lagerten wir unsere Vorräte alle in unserer Hütte, da der Honigdachs sicher erneut vorbei schauen wird. Auch die Nacht davor hat er unseren Mülleimer umgeworfen und durchsucht, diesen sicherten wir nun mit 2 Stühlen. Den Kühlschrank drehten wir diesmal noch weiter an die Wand – genutzt hatte es nichts – am Morgen stand dieser wieder offen und der Mülleimer war trotz Sicherung umgeworfen:

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Zebras sind ebenfalls häufig anzutreffen:

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Ein Geier und ein Adler kämpfen um die Reste eines Kadavers:

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Ein Elefant am Wasserloch:

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Und spielte anschließend mit einem Schädel eines toten Artgenossen – man sagt Elefanten ja nach, dass sie ein gutes Gedächtnis haben und auch trauern können:

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Vor allem im südlichen Teil des Parks kann man noch Nashörner sehen – die stark vom Aussterben bedroht sind. Im Krüger Nationalpark spielt sich vor allem nachts ein regelrechter Krieg ab – noch immer verschaffen sich Wilderer Zugang zum Park und gehen gezielt auf die Jagd nach Nashörnern. Jährlich werden so ca. 500-600 Nashörner getötet, da das Horn in Asien noch immer in der traditionellen Medizin verwendet wird. Letztendlich ist das Horn nichts anderes als Keratin, also das gleiche wie unsere Fingernägel. Die gute Nachricht ist, dass die Zahl der jährlich getöteten Nashörner sinkt. Das ist ein weiterer Grund, weshalb der Tourismus für Afrika so wichtig ist - auch in Zeiten von Corona. Er gibt der ärmeren Landbevölkerung rund um den Krüger NP Arbeit, fällt dies weg, suchen viele nach anderen Einkommensquellen und finden diese dann auch in der Wilderei. Die Bewohner müssen merken, dass lebendige Tiere (welche die Touristen anziehen) wertvoller sind, als ein getötetes Tier.

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Ebenfalls sehr selten geworden sind Wildhunde – diesmal haben wir insgesamt 4 Rudel beobachten können:

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Leider vergehen die Tage auf einer Safari wie im Flug und so hieß es nach 11 Tagen schon wieder Abschied nehmen.

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Zurück geflogen sind wir von Skukuza – dem kleinen Flugplatz, der direkt im Krüger Park gelegen ist und vor Corona 2x täglich aus Johannesburg und Kapstadt angeflogen wurde. Derzeit gibt es nur noch die Verbindung nach Johannesburg, die leider nicht mehr täglich angeboten wird:

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Eingesetzt wird auf der Strecke ein Embraer 135:

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Da diese Verbindung hauptsächlich von den Touristen der angrenzenden Lodges genutzt wird, war die Maschine zu ca. 50% gefüllt:

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Kurz noch paar Worte zum Service von Airlink: Selbst auf kurzen Strecken wie dieser gibt es vollen Service inkl. einer Auswahl zwischen zwei Sandwiches.

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In Johannesburg haben wir dann für die Langstrecke eingecheckt und mussten anschließend erneut einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen, Temperatur wurde ebenfalls wieder gemessen. Die Zeit bis zu unserem Abflug um 19.30h nutzten wir mit Spotten – im internationalen Terminal gibt es da eine ganz gute Position hinter der Sicherheitskontrolle:

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Auf dem Weg nach Lusaka – der Hauptstadt Sambias:

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Airlink Embraer 190:

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Qatar mit Oneworld Bemalung:

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Rwandair mit CRJ900 – vor Corona wurde auch mal der A330 eingesetzt:

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Fastjet nach Harare – der Hauptstadt Simbabwes:

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Safair mit der Springboks Rugby Sonderbemalung:

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Mittlerweile hat Lufthansa wieder auf den Jumbo umgestellt, welcher in der Eco mit ca. 30 Passagieren belegt war – man hatte sprichwörtlich Platz zum Liegen.

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Dies war der Bericht unseres Südafrika-Trips in Zeiten von Corona. Als Fazit kann ich sagen, dass es sich absolut gelohnt hat, wir haben einen leeren Krüger Nationalpark vorgefunden, hatten viele tolle Tiersichtungen für uns ganz alleine, welche man sich in Vor-Corona-Zeiten oft mit 20 anderen Fahrzeugen teilen musste. Die Angestellten im Park achteten sehr auf die Einhaltung der Corona-Regeln, jeder trug seine Maske korrekt und um Abstand zu halten und mit wenigen Menschen in Kontakt zu kommen, ist so eine Safari ideal. Die Wirtschaft in Südafrika ist stark getroffen worden, dass jetzt ein paar wenige Touristen zurück kommen, tut den Menschen gut, weil sie nach langer Zeit wieder Geld verdienen können.

Ein paar Worte zu den Flügen und sonstigen Kosten: wer denkt, dass gerade in diesen Zeiten die Flüge und alles günstiger geworden sind, den muss ich enttäuschen. Es waren mit die teuersten Flüge überhaupt, die wir nach JNB gebucht haben. Auch die ganzen Nebenkosten wie PCR-Tests erhöhen das benötigte Budget enorm. Leider wird das meiner Meinung nach auch in 2021 noch so weitergehen, Reisen benötigen mittlerweile wieder mehr Planungsaufwand und sind mit vielen Unwägbarkeiten bis zum Schluss und darüber hinaus behaftet.

Übrigens, die Fälle in Südafrika steigen wieder, die 2. Welle ist offiziell angekommen inkl. eines neuen Virustyps, welcher hoffentlich keine Auswirkung auf die Fortschritte bei der Entwicklung der Impfstoffe hat. Aber wer weiß, wie das dort (und auch bei uns) alles weiter geht und wie lange man noch (ein)reisen kann - in diesen Minuten wird über ein Landeverbot in der EU für Flugzeuge aus Südafrika diskutiert...

Vielen Dank für das Lesen meines Berichts.



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Re: [Tripreport] Südafrika - auf Safari im Krüger Nationalpark

Beitrag von degi » 21. Dezember 2020 22:30

Noch ein kleiner Hinweis von meiner Seite, und warum es gerade in der derzeitigen Situation wichtig ist, auch den Tourismus in diesen Ländern zu unterstützen, auch um das Abrutschen der Bevölkerung in Wilderrei und Kriminalität zu verhindern. Wer hier ein paar Hintergrundinformationen möchte, dem möchte ich den Film "Stroop - Journey into rhino horn war" (https://www.stroop-film.com/) oder auf deutsch "Der Nashornkrieg" ans Herz legen. Man kann diesen u.A. bei Sky und Amazon Prime streamen.



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